Beim Training von Sprüngen (Big Air) sind Höhenmesser geniale Helfer. Sie machen einen Sprung, sehen die Höhe, ändern etwas an Ihrer Technik und prüfen sofort: Hat das mehr Höhe gebracht? Sie erkennen Fehler und Korrekturen – das ist für den Fortschritt unersetzlich.
Aktuell gibt es zwei Weltmarktführer bei der Messung von Sprüngen im Kitesurfen: Woo Sports, die Sensoren herstellen, und Surfr, die eine App für Smartphones und Smartwatches entwickelt haben.
Der Unterschied zwischen Woo und Surfr
Woo stellt einen kleinen Sensor her, den Sie mit einer Halterung auf Ihr Board kleben. Der Sensor zeichnet alle Daten zu Ihren Sprüngen auf. Später können Sie diese am Strand ansehen, indem Sie den Sensor mit Ihrem Telefon verbinden.
Surfr hat eine App entwickelt, die Sie auf Ihrem Smartphone oder Ihrer Smartwatch installieren. Sie gehen kiten, und die Uhr oder das Handy zeichnet alles auf. Der Vorteil: Sie benötigen keinen zusätzlichen Sensor.
Der Vorteil beider Lösungen: Sie können nach der Session alle Sprünge in die App laden und Ihre Hauptfehler analysieren (z.B. zu langsame Anfahrt, falscher Winkel zum Wind usw.).
Wie genau arbeiten die Sensoren und die App?
Natürlich arbeiten weder Woo noch Surfr perfekt, aber meistens sind die Ergebnisse ziemlich gut. Woo-Nutzer bemerken oft, dass Woo dazu neigt, etwas zu übertreiben ("zu schummeln"). Sie springen real 5 Meter hoch, aber Woo zeigt 7 Meter an. Das ist zwar gut fürs Ego, aber nicht immer präzise.
Meiner Erfahrung nach (ich nutze die Surfr-App auf der Uhr) kommt Surfr manchmal nicht gut mit Kiteloops zurecht (hier wird die Höhe eher unterschätzt). Ich sehe unter mir mindestens 7 Meter Luft, aber die App zeigt 3,8 Meter an. Nach 17 Jahren Kitesurfen kann ich 4 Meter von 7 Metern unterscheiden, auch im Loop. Bei normalen hohen Sprüngen (Big Air) ist alles in Ordnung. Bei niedrigen Sprüngen, wie einer Transition Backroll (ca. 1 Meter Höhe), zeigt sie manchmal 2,5 Meter an. Diese Höhen sind für mich unwichtig, aber es ist ein Fakt.
Der Woo Sprungsensor
Die Halterung ist klein und wird einfach aufgeklebt – bequem und einfach. Die App ist sehr gut gemacht. Viele Profis nutzen diesen Sensor, laden Ergebnisse hoch und messen sich weltweit in Leaderboards. Wenn Sie an Ihrem lokalen See 20 Meter hoch springen, sieht die ganze Welt, wie gut Sie sind. Auch ohne eigenen Sensor können Sie in der App sehen, wie die Profis fliegen.
- Sie gehen kaputt (zumindest bis zur 4. Generation)! Beide Sensoren, die ich gekauft habe, sind "abgesoffen" (Wassereintritt), obwohl sie kaum 20 Mal auf dem Wasser waren. Hauptgrund: Wasser dringt mit der Zeit durch die Ladekontakte ein. Die 4. Version hat nun kabelloses Laden, was das Problem lösen soll. Aber bei einem Preis von ca. 280 Euro ist so ein Verlust schmerzhaft.
- Lange Zeit sah man die Ergebnisse nicht in Echtzeit, da der Sensor kein Display hat. Man musste zum Strand, um Daten auszulesen. Inzwischen gibt es aber auch eine Watch-App für Live-Daten.
Die Surfr App
Ursprünglich kam Surfr mit einer App und einer wasserdichten Halterung fürs Smartphone auf dem Board auf den Markt. Der große Vorteil war das Display: Man sah sofort die Höhe und – was noch wichtiger ist – die Details!
Drei Parameter für hohe Sprünge, an denen Sie arbeiten müssen:
- Ihre Geschwindigkeit beim Absprung (Speed)
- Ihr Winkel zum Wind (Angle)
- Ihr Kanteneinsatz (Edging)
Diese 3 Parameter sind der Schlüssel zu Big Air.
Um hoch zu springen, brauchen Sie ca. 40-45 km/h, einen Kurs von 90 Grad zum Wind und einen Kantenwinkel von 45 Grad zum Wasser. Surfr zeigt das sofort an und gibt Tipps, was Sie verbessern müssen (z.B. "Mehr Speed" oder "Härter ankanten").
Nachteile von Surfr: Die Smartphone-Halterungen sind kaum noch erhältlich, daher nutze ich die App jetzt auf der Smartwatch. Zweiter Punkt: Für die detaillierte Analyse benötigen Sie das PRO-Abo (ca. 45 Euro/Jahr).
Auf welchen Uhren läuft Surfr? Apple Watch und Android WearOS. Geprüfte Modelle finden Sie im Surfr App FAQ.
Eine der günstigsten Optionen ist die Samsung Galaxy Watch 4 (Stand 2025 ca. 100-120 Euro).
Ich nutze die Samsung Galaxy Watch 7 LTE (ca. 170 Euro). Das ermöglicht mir:
- Mobilfunk auf dem Wasser (dank eSIM und Rufumleitung bin ich im Notfall erreichbar).
- Sprunghöhe sehen und Fehler direkt korrigieren.
- Gesundheitstracking an Land (Puls, Sauerstoff, etc.).
- Und ab und zu auf die Uhrzeit schauen schadet auch nicht :-)
Fazit: Ich habe mich für Surfr entschieden. Für mich ist es sinnvoller, eine Uhr zu kaufen, die im Alltag nützlich ist und beim Kiten hilft, als einen teuren Sensor zu kaufen, der nur fürs Kiten da ist und kaputtgehen kann.
Möchten Sie lernen, hoch und sicher zu springen? Besuchen Sie unsere Kiteschule in Ägypten oder kommen Sie auf unsere Kitesafari, wo wir Sprungtechnik mit Videoanalyse trainieren.


