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Trainerkite (Lenkmatte) – Steuern am Strand
Was ist ein Übungskite!

Trainerkite (Lenkmatte) und Übungskite: Unterschiede und Einstieg

Nur wenige wissen, was ein "Übungskite" (Training Kite) wirklich ist – 99% würden antworten: "Eine kleine Lenkmatte". Doch das ist nicht ganz richtig. Im Folgenden erklärt ein offizieller IKO-Instructor den Unterschied zwischen diesen Begriffen und Kites.

Auf dem Foto oben: Eine Person steuert einen kleinen Zweileiner-Kite, den man allgemein als "Trainerkite" oder "Lenkmatte" bezeichnet.

Der Trainerkite (Lenkmatte)

In 90 Prozent der Fälle verstehen wir unter einem "Trainerkite" einen 2-Leiner-Kite ohne aufblasbare Teile, also einen Parafoil (oder Matte), der sehr klein ist – von 1 bis 3 m².

Da dieser Kite nur 2 Leinen hat, wird der gesamte Zug direkt in Ihre Hände übertragen, mit denen Sie die Lenkstange (Bar) halten. Der Kite zieht Sie also an den Armen. Der Unterschied zu einem 4-Leiner-Kite (Tubekite) besteht darin, dass der 4-Leiner Sie nicht an den Armen, sondern am Trapez (Gurtzeug um Hüfte oder Taille) zieht. Genau dort sind die 2 Powerleinen befestigt, während die Hände nur die Bar steuern, an der die 2 Steuerleinen hängen.

Vorteil

Der Hauptvorteil von Lenkmatten: Sie sind sehr klein und erzeugen daher nicht zu viel gefährlichen Zug. Wenn Sie sie in den Himmel steigen lassen, können Sie das Steuern üben, den Kite nach links und rechts lenken, "Achten" fliegen, kleine Kiteloops drehen oder einfach Spaß haben. Aber es ist sehr wichtig, dass Ihnen jemand die Technik vorher richtig erklärt.

Nachteil

Der Hauptnachteil: Sie können den Zug des Kites (Power) nicht stabil kontrollieren, wenn Sie damit auf dem Wasser oder z.B. mit einem Mountainboard an Land fahren wollen. Der gesamte Zug geht in die Arme, was schnell ermüdet. Wenn Sie zu schnell werden, haben Sie keine Möglichkeit, den Zug schnell abzulassen (Depower), um zu stoppen oder die Geschwindigkeit zu reduzieren.

Wie man einen Trainerkite steuert

Merken Sie sich: Beim Steuern des Kites müssen die Arme immer locker sein, die Ellbogen zeigen nach unten. Die Bar wird immer parallel zum Boden gehalten. Ihr Oberkörper ist immer zum Kite ausgerichtet, egal auf welcher Seite des Windfensters er fliegt. Fliegt der Kite nach links, drehen Sie Ihren Körper nach links; nach rechts – Körper nach rechts. Kite – Bar – Ihre Brust sollten immer eine Linie bilden. Das klingt kompliziert, ist aber in der Praxis nach 10 Minuten verstanden.

Sicherheit beim Üben

Es ist sehr wichtig, einen freien Platz ohne Hindernisse zu wählen, damit Sie Ihren Kite nicht zerreißen, wenn er abstürzt (und er wird abstürzen, Fehler sind normal). Auch sollte es keine Hindernisse geben, die den Wind verdecken und ihn turbulent machen ("böig"). Achten Sie darauf, dass dort, wo Sie üben, keine Menschen sind. Sie könnten den Kite versehentlich schnell in den Boden lenken und jemanden treffen.

Die wichtigste Sicherheitsregel für Trainerkites: Wenn etwas schiefgeht, Sie spüren, dass der Kite Sie zu stark zieht und Sie Angst haben zu stürzen – lassen Sie die Bar los! Öffnen Sie einfach die Hände.

Trainerkites werden sowohl mit als auch ohne "Safety Leash" verkauft. Eine Leash ist eine Leine, die mit Ihrem Handgelenk und einer der Steuerleinen verbunden ist. Wenn Sie die Bar loslassen, fliegt der Kite nicht weg. Er verliert sofort den Zug, fällt zu Boden, bleibt aber mit Ihrem Handgelenk verbunden. Ohne Leash würde der Wind den Kite wegwehen (auf Bäume, Häuser oder andere Menschen).

Video: Start und Steuerung eines Trainerkites

Dieses Video ist auf unserem YouTube-Kanal verfügbar.

Nutzen wir Lenkmatten im Unterricht?

Wir versuchen, solche Kites im Unterricht so wenig wie möglich zu verwenden. Der Grund ist, dass sich der Schüler daran gewöhnt, dass der gesamte Zug in den Händen liegt. Wenn er dann auf einen normalen 4-Leiner-Kite umsteigt, zieht er reflexartig die Bar zu sich heran (was beim großen Kite volle Power bedeutet!) und macht viele Fehler.

Wir geben Schülern in zwei Fällen einen Trainerkite. Erstens: Wenn wir sehen, dass der Schüler etwas länger braucht, um das Lenkprinzip zu verstehen – dann ist es einfacher und sicherer, 15 Minuten am Strand zu üben, bevor es ins Wasser geht. Zweitens: Es ist sehr wenig Wind. Eine Lenkmatte fliegt viel früher als ein Tubekite, da sie sehr leicht ist. Anstatt untätig am Strand zu sitzen, kann man die Motorik trainieren. Aber: Diese Übungen sollten nur kurz dauern!

Merken Sie sich: Das Üben mit einem Trainerkite im Kurs sollte nicht länger als 15-20 Minuten dauern. Wenn man Ihnen in einer Kiteschule eine Lenkmatte gibt und Sie damit 30 Minuten oder länger alleine üben lässt, will man oft nur Zeit schinden und Geld für den Stundenunterricht kassieren. Je länger Sie damit üben, desto mehr gewöhnen Sie sich an den 2-Leiner und desto schwerer fällt der Umstieg auf den echten 4-Leiner-Kite.

Nachdem Sie Kitesurfen gelernt haben, können Sie sich gerne einen Trainerkite kaufen, um damit Spaß zu haben oder Freunden das Prinzip zu zeigen. Dann schadet es Ihren Reflexen nicht mehr, da Sie das "echte" Kiten bereits beherrschen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird oft nur die kleine Lenkmatte als "Übungskite" bezeichnet. Aber das ist technisch nicht korrekt.
Bei der größten Kitesurf-Organisation der Welt, der IKO, bedeuten diese Begriffe etwas anderes.

Der Übungskite nach IKO-Standard

Da ich Trainer der internationalen Organisation IKO bin, führe ich nicht nur Anfängerkurse durch, sondern bilde auch Kitelehrer aus. In der IKO-Terminologie gibt es den Begriff "Trainer Kite" (Übungskite).

Ein Übungskite ist definitionsgemäß jeder Kite, der zum Lernen verwendet wird und dabei NICHT genug Zug erzeugt, um den Schüler aus dem Gleichgewicht zu bringen, ihn zu stürzen oder zu verletzen. Das bringen wir angehenden Lehrern bei.

Kitesurf-Unterricht mit sicherem Übungskite
Auf dem Foto: Unsere Schüler steuern normale 4-Leiner-Kites, aber mit kurzen Leinen (10m), die nicht ruckartig ziehen und sicher sind.

Es spielt keine Rolle, wie viele Leinen er hat (2, 4 oder 5), wie lang die Leinen sind (5 oder 30 Meter) oder welche Größe er hat (3 oder 21 m²). Das Wichtigste ist: In den aktuellen Windbedingungen darf er Sie nicht überpowern.

Was ist der Unterschied in der Praxis? Beispiel: Es weht Wind mit 6 m/s (ca. 12 Knoten). Wir haben einen Schüler mit 95 kg. Um mit ihm zu üben, nehmen wir einen 9 m² Tubekite, aber mit kurzen Leinen (z.B. 5-10 Meter). Mit diesem Setup wird der Schüler bei diesem Wind nicht umgerissen, kann aber alle Übungen machen: Steuern, Selbstrettung, Bodydrag usw. In dieser Situation nennen wir diesen großen Kite einen "Übungskite".

Wenn der Wind aber auf 12 m/s (ca. 24 Knoten) auffrischt, kann derselbe Kite gefährlich werden. Jetzt dürfen wir ihn nicht mehr als Übungskite bezeichnen und müssen das Material wechseln.

Kleine Lenkmatten (bis 3m²) ziehen oft nicht stark und sind in 95% der Fälle sicher. ABER: Es bleiben die 5%, wenn der Wind sehr stark ist (ab 15 m/s). Dann kann auch eine kleine Matte gefährlich werden und gilt nicht mehr als sicherer Übungskite.

Lohnt sich der Kauf eines Trainerkites?

Eine häufige Frage. Eine gute Lenkmatte von Markenherstellern (z.B. Core oder Ozone) kostet etwa 100-170 Euro (sie halten viel länger als No-Name-Produkte). Wenn Sie den Kauf als Hilfe für den Kitesurf-Kurs betrachten: Nein, das beschleunigt Ihren Lernprozess im Wasser kaum.

Wenn Sie den Kauf aber als Spaß betrachten – um bei Wind im Park oder am Strand zu stehen, ein bisschen den Zug zu spüren und Loops zu drehen – dann ja, das ist ein tolles Hobby für windige Tage.

Ich hoffe, der Unterschied zwischen Lenkmatte, Trainerkite und Übungskite ist klar geworden. Schreiben Sie uns, rufen Sie an oder besuchen Sie uns auf unserer Kitesafari und in unserer Kiteschule in Ägypten. Ich beantworte gerne all Ihre Fragen.

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Fotos der OleKite Kiteschule in Ägypten